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Haus- und Stallapotheke

Naturheilkunde für Mensch und Tier

Veröffentlicht am 26.9.2016 von administrator um 14:13 Uhr

Hausapotheke für Mensch und Tier

Der Herbst gehört zu jedem Jahr und damit wird es wieder kalt und nass. Die Tage werden dunkler und kürzer. Frisches Obst und Gemüse ist nicht mehr wie im Sommer verfügbar, wir essen andere, nun herbstliche und winterliche Nahrungsmittel und achten verstärkt auf unsere Gesundheit, besonders wenn es um uns herum beginnt zu schniefen und zu niesen. Im Winterhalbjahr steht das Immunsystem im Vordergrund und die Medien, ob Apothekenumschau oder TV-Werbung, berichten über die Möglichkeiten gesund und munter durch Eis und Schnee zu kommen. Es gibt zahlreiche Nahrungsmittel, Naturheilverfahren und Schätze aus der Erfahrungsmedizin, die unsere Gesundheit unterstützen und ich möchte einige besonders praktische und vielseitige Möglichkeiten vorstellen, die eine Hausapotheke bereichern. Einige sind möglicherweise schon im Haushalt vorhanden, aber fristen ein (noch) unbeachtetes Dasein. Unsere Haustiere können bei Bedarf sicher auch von diesen Mittel profitieren. Bei Fragen, speziell zu den Vierbeinern, melden Sie sich bei mir und ich berate Sie gerne!

Oregano-Öl

Oregano (Origanum vulgare) duftet angenehm würzig und wir verwenden es alle als Küchenkraut und Pizzagewürz - als Zutat aus und in der Mittelmeerküche. Ein Duft, der uns an den Sommer mit allem, was dazu gehört, erinnert. Diese Pflanze enthält sehr viele und starke ätherische Öle, die Viren, Bakterien und Pilze unschädlich machen können. Es ist ein Antibiotikum aus dem Pflanzenreich, ohne Nebenwirkungen und ohne Bildung von Resistenzen. Schon im Altertum war seine Heilkraft bekannt und es wurde vielseitig eingesetzt. Meist wird Oregano als verdauungsfördernd, appetitanregend, gegen Blähungen und Krämpfe, schleimlösend und antiseptisch beschrieben. Man kann das Kraut frisch verwenden, dann hat es den besten Geschmack und die stärkste Heilkraft. Im Sommer zur Blütezeit kann man es im Garten ernten und auf Vorrat trocknen, es dient dann als Gewürz oder heilkräftiger Tee im Winter. Und nun wissen wir auch, warum die geliebte Pizza so gesund ist.
Das ätherische Öl des Oregano ist sehr viel stärker als das Kraut und seine Wirkung reicht noch viel weiter. Es sagt nicht nur Viren und Bakterien den Kampf an, sondern auch Pilzen, Würmern und dem Schmerz! Außerdem wirkt das Öl blutverdünnend, ist also ein Mittel zur Vorbeugung von Schlaganfall oder Herzinfarkt.
In verdünnter Form kann man Oregano-Öl bei leichten Verletzungen oder Insektenstichen, bei Prellungen und Verstauchungen zum Einreiben verwenden. Hier werden acht bis zehn Tropfen des Öls in 50 ml eines Trägeröls wie Mandel-, Oliven- oder Kokosöl gegeben. In Form heißer Kompressen hilft es bei Furunkeln, aber auch bei Rheuma, bei Sehnen- und Sehnenscheidenproblemen. Bei Hautpilzen kann man die betreffenden Partien ebenfalls mit verdünntem Öl behandeln und dazu noch einige wenige Tropfen des Öls innerlich nehmen; aber Vorsicht: Es ist wirklich sehr stark und man probiert am besten erst nur einen Tropfen in einem Glas Milch oder Saft. Mundspülungen mit einem Zusatz von einem Tropfen Oregano-Öl helfen bei allen Entzündungen in Mund und Rachen. Die innerliche Einnahme vom verdünnten Öl ist eine Therapie bei allen Verdauungsstörungen, das Inhalieren des Öls bei Grippe und Atemwegserkrankungen hilfreich.
Wichtig ist beim Oregano, wirklich auf die Verdünnung zu achten, denn das Öl ist viel stärker als normale ätherische Öle und es nicht bei kleinen Kindern und schwangeren oder stillenden Frauen einzusetzen.

Ingwer

Ingwer (Zingiber officinale) kennen wir aus vielen Kochrezepten und auch vom heißen Ingwerwasser oder Ingwertee. Die Ingwerwurzel wird seit über 3.000 Jahren in Asien geschätzt und war früher eines der "Königsgewächse", das nicht dem Volk, sondern nur den Herrschern zur Verfügung stand. Heute bekommen wir Ingwer in vielen Geschäften und nutzen seine ätherischen Öle, seine Scharf- und Bitterstoffe. Hildegard von Bingen erkannte schon die wärmende und anregende Wirkung und entwickelte eine Mischung aus Ingwerwurzel, Galgant und Zitwer zur Behandlung von Magen- und Verdauungsproblemen. Galgant und Zitwer (Weiße Kurkuma) sind beides Ingwergewächse und ihre Wurzeln sind Gewürz und Heilmittel wie der Ingwer. Die Ingwerwurzel ist ein tolles Mittel bei Übelkeit jeglicher Art. Es hilft aber auch bei Arthrose, bei Migräne und Asthma, bei Sodbrennen und Magenschmerzen. Aufgrund seiner erwärmenden und durchblutungsfördernden Wirkung ist es ein Hausmittel bei anrückenden Erkältungen; zudem wirkt Ingwer gegen Bakterien und Viren: Also schnell ein Ingwertee aufgegossen oder eine Karotten-Ingwer-Suppe gekocht.

Meerrettich

Der Meerrettich (Armoracia rusticana), das "Penicillin der Eifel" sagte unser Nachbar, fand sich früher in jedem Bauerngarten und wurde für den Hausgebrauch selbst zubereitet. Er kommt aus dem Mittelmeerraum, wurde aber schon im Mittelalter bei uns als Heilpflanze und Gewürz angebaut. Seine vielen Inhaltsstoffe lassen Meerrettich wie ein Antibiotikum wirken, er hilft bei Bronchitis und Grippe, bei Hals- und Lungenentzündung, bei Magen-Darm-Erkrankungen und Harnwegs-Infektionen. Reibt man die große harte, weiße Wurzel frisch auf, schlägt einem eine Welle an Schärfe entgegen, die alles freimacht, was vorher zu war. In eine Sauce verarbeitet, wie eine Zitronen-Meerrettich-Sauce oder Apfelmeerrettich-Sauce, fertig gekauft als Tafel- oder Sahnemeerrettich, immer vielseitig einzusetzen und dabei eine große Portion Gesundheit mit auf dem Tisch.

Grapefruitkern-Extrakt

Grapefruits finden wir im Winter zwischen Orangen, Zitronen, Mandarinen des Obstregals. Nicht jeder liebt sie, aber ihre Kerne ergeben ein wunderbares weiteres Antibiotikum. Ähnlich wie Oregano-Öl wirkt dieser Extrakt gegen Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten und auch Würmer. Ein tolles Mittel bei Durchfall, bei Erkrankungen durch Heliobacter pylori, die eine Entzündung der Darmschleimhaut verursachen können, oder bei einem Reizdarmsyndrom, auch bei Candida albicans, einer Hefepilzerkrankung im Darm. Nach einer Antibiotika-Behandlung kann man mit  diesem Extrakt die Darmfunktion schneller wieder normalisieren, dadurch gewinnen Immunsystem und Selbstheilung an Kraft. Nimmt man den Extrakt innerlich ein, beginnt man mit einigen wenigen Tropfen, damit man eine mögliche Allergie erkennen kann und nicht sofort große Mengen an Toxinen aus den nun abgestorbenen Keimen den Körper zu sehr belasten. Also ein bis drei Tropfen in ein Glas Wasser oder Saft und die Dosis dann langsam auf ein- bis dreimal täglich 3 bis 15 Tropfen steigern. Ist man nicht allergisch gegen Zitrusfrüchte und nimmt man keine Medikamente ein, sind auch höhere Dosen unbedenklich und der bitter schmeckende Extrakt kann gut in Säften oder in Wasser eingenommen werden. Einige Tropfen Grapefruitkernextrakt im Trinkwasser desinfizieren  dieses auch auf Reisen - ein Tipp für den nächsten Urlaub! Möchte man den Extrakt äußerlich einsetzen, muss man ebenfalls verdünnen, beispielsweise 5 Tropfen auf ein Glas Wasser zum Gurgeln oder Mundspülen. In einer Verdünnung 1:20 hilft Grapefruitkernextrakt bei Hautpilzen und Nagelpilz. Man kann auch einige Tropfen in sein Shampoo geben und damit Abhilfe bei juckender Kopfhaut oder Schuppen schaffen. Im Haushalt ist es ein tolles Desinfektionsmittel für Küche und Badezimmer. Man gibt 20 bis 50 Tropfen ins Putzwasser und hat sein natürliches "Sagrotan".

Alles in allem, es gibt viele wunderbare Möglichkeiten sich selbst und seine Familie und seine Haustiere gesund und munter durch die dunklere Jahreszeit zu bringen. Einige dieser Möglichkeiten sind vielleicht schon unerkannt im Haushalt zu finden und rücken nun wieder in den Vordergrund, andere kauft man, probiert einmal aus und hat einen neuen Schatz in der Hausapotheke.