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Gemmotherapie

Die Kraft der Knospen für unsere Tiere

Veröffentlicht am 24.2.2017 von christine um 17:31 Uhr

Was ist "Heilen mit Knospen" oder die Gemmotherapie?

Die Heilkraft der Knospen war uns Menschen - und den Tieren natürlich auch - schon immer bekannt.
Sie waren Bestandteil unserer Ernährung und Bäume oder Sträucher waren immer schon eine viel genutzte Futtergrundlage für unsere Haustiere.
Wildtiere wissen um die gehaltvollen Knospen und frischen Triebe und sind im Winterhalbjahr oft auf diese Futterquelle angewiesen.
 "Gemma" ist lateinisch und bedeutet Knospe oder Auge. Die Gemmotherapie ist eine junge Variante der Phytotherapie, der Pflanzenheilkunde, und entwickelte sich seit den 50 er Jahren durch ihren Begründer Pol Henry, einen belgischen Arzt. Henry erkannte und erforschte die Heilkraft der Knospen. Er erschuf eine Parallele zur Frischzellentherapie, bei der menschliche Embryonalzellen die Gesundheit anregen und unterstützen sollen. Henry erarbeitet mit der Gemmotherapie eine Art Frischzellentherapie mit pflanzlichen Embryonalzellen. Weiterentwickelt wurde die Knospentherapie durch den Franzosen Max Tétau, der Arzt, Homöopath und Namensgeber der Gemmotherapie war.
1956 wurde die Herstellung der Gemmomazerate in das Französische Arzneibuch aufgenommen und damit offiziell anerkannt.
2011 wurde sie auch ins europäische Arzneibuch eingetragen.

Aus was besteht ein Knospenmittel?

Jedes Mittel besteht aus dem jeweiligen Pflanzenmaterial und einem Gemisch aus Alkohol, Wasser und Glycerin, das die Inhaltstoffe aus der Pflanze löst und konserviert. Dieser Extrakt / Glycerin-Mazerat wird aus Knospen, aus jungen Trieben oder Wurzelspitzen hergestellt. Dies ist abhängig von der jeweilig verwendeten Pflanzenart. Diese Pflanzenteile sind pflanzliches Embryonalgewebe und von besonderer Zusammensetzung.

Warum Heilen mit Knospen?

In diesen sehr jungen, embryonalen Pflanzenteilen ist zur Zeit der maximalen Wachstumskraft, im Frühling, das ganze Potential und alle lebenswichtigen Informationen enthalten, die den Organismus von Mensch und Tier heilen und unterstützen können. In den Knospenzellen ist sehr viel mehr genetisches Material als in anderen Zellen. Sie teilen sich sehr intensiv, sie enthalten Enzyme, Phytoproteine, Wachstumshormone, Kohlenhydrate, sekundäre Pflanzenstoffe wie ätherische Öle, Flavonoide und Gerbstoffe. Ihre Lebensinformation ist die therapeutische Wirkung für uns und die Tiere.

Was ist der Unterschied zur "normalen" Pflanzenheilkunde?

Hier werden FRISCHE Knospen und andere Pflanzenteile verwendet und damit ein Mazerat hergestellt. Also haben wir in den Mitteln keine anderen Pflanzenteile, keine Blüten, Blätter. Die Mittel werden nicht nur mit Alkohol wie Tinkturen hergestellt oder mit Wasser wie ein Tee oder Auszug, sondern mit einem bestimmten Gemisch von Alkohol und Glycerin, manchmal auch mit einem Anteil Wasser. Hierdurch lassen sich die Inhaltsstoffe optimal lösen und auch konservieren.

Ich möchte Knospenmittel selber machen, wann fängt die Sammelzeit an?

Man sammelt die Knospen im sehr frühen Frühjahr, kurz vor dem und beim Aufspringen der Knospen, wenn diese noch fast geschlossen sind, aber das erste zarte Grün sichtbar wird. Dieser Zeitraum ist sehr kurz, also muss man sehr gut aufpassen um den richtigen Zeitpunkt abzupassen. Sehr früh erntereif sind Ulme, Birke und Hasel. Dann kommen später die Kastanie und Linde.
Also sollte man je nach Region und Lage und Wetter ab Ende Januar bis Ende März sehr genau beobachten und immer wieder seine Knospen besuchen um zu sehen, wie weit sie entwickelt sind. Eine Vorbereitung für den Einstieg in die Knospenmedizin im Winter macht jedoch sehr viel Sinn, damit man sich in Ruhe eine Übersicht der in Frage kommenden und benötigten Mittel verschafft, sich überlegen kann, welche Mittel man selber herstellen möchte und ob man sie in seinem Umfeld findet und welche man sich wo kaufen kann. Im Sommerhalbjahr kann eine Bestimmung der Bäume oder Sträucher leichter fallen, wenn sie Blätter haben und man sie eher identifizieren kann. Hier gibt es wunderbare Bücher, die einem bei der Bestimmung helfen können.
Bei Interesse gerne bei mir melden, wir können zusammen in der Natur schauen, was wo wächst und aussieht und wie man dann weiter arbeiten kann!

Welche Knospen kann ich sammeln?

Es ist egal, ob ich Blüten- oder Blattknospe oder gemischte Knospe sammele,
wichtig ist Zustand der Knospe und Standort der Pflanze.

Wie stelle ich diese Heilmittel her und was brauche ich dazu?

Wir stellen hier mit der Mazeration unser Heilmittel her, das heißt wir lösen die wirksamen Inhaltsstoffe aus den Knospen ohne Zufuhr von Wärme.
Dies ist ein besonders schonendes Verfahren, das die spezielle Zusammensetzung des hochaktiven Embryonalgewebes mit den schützenden Proteinen und Phytohormonen beachtet und schont.

Für 200 ml Gemmomittel braucht man 1g frische Knospen, 100 ml Glycerin (85%) und 100 ml Alkohol (70%) und 20 ml Tropffläschchen zum Abfüllen.  Man wiegt zuerst die Knospen ab, zerkleinert sie, gibt sie in das 20 ml Fläschchen und dazu kommen je 10 ml Glycerin und Alkohol. Dann gut schütteln
und drei Wochen warm und ohne direkte Sonne ziehen lassen. Einmal täglich schütteln, damit sich alles gut vermischt und die Inhaltsstoffe aus den Knospen optimal ausziehe können. Dann gibt man in einem größeren Fläschchen je 90 ml Glycerin und Alkohol zusammen und fügt dazu den zuvor abgefilterten Inhalt des 20ml Fläschchen mit dem Knospenansatz. Wieder gut schütteln und fertig ist unser selbst hergestelltes Knospenmittel und man kann es in entsprechend kleinere und passende Fläschchen abfüllen. Eine Variante der Knospenmittelherstellung verwendet neben Glycerin und Alkohol noch 100 ml Wasser und stellt alles dunkel während der Zeit der Extraktion. Wie man hier für seine eigenen Mittel verfährt, ist Geschmackssache und nicht entscheidend über die Wirkung und Heilkraft.

Welche Knospe wofür?

Unter die Vielzahl von in Frage kommenden Pflanzen hier eine Auswahl der wichtigsten und besonders für uns Tierhalter interessanten Möglichkeiten.

Birke, Hängebirke, Moorbirke
Die Birken stehen für Ausscheidung und Abschwellung. Das Knospenmittel wirkt besonders auf Niere, Blase, Leber, Galle und Immunsystem. Es hilft bei Gelenkbeschwerden, besonders in Kombination mit dem Mittel aus der Schwarzen Johannisbeere. Das Birkenmittel unterstützt die Entgiftung und ist angesagt bei einer Allergie, auch hier in Kombination mit schwarzer Johannisbeere. Das richtige Mittel für die Frühlingskur und nach Antibiotikaeinsatz, hier in Kombination mit Walnuss. Es wirkt desinfizierend und entzündungshemmend, ein vielseitiges Mittel.

Esche
Eschen sind Bäume für Beschwerden der Bänder und Sehnen, der Gelenke und Knochen, für den Bewegungsapparat. Die Rinde enthält Salicin, wirkt also schmerzstillend, entzündungshemmend, fiebersenkend, auch entwässernd und harnsäureausleitend. Eschenknospenmittel sind gut bei Nierenproblemen und Nierenschwäche und bei Gicht.

Feldulme
Ein Feldulmen-Mazerat ist ein Hautmittel, bei einfachen Verletzungen und Wunden und bei schlechter Wundheilung wichtig.  Oft wird es in Kombination mit der Ulme bei juckendem, nässendem, entzündetem Ekzem verwendet oder mit der Schwarzen Johannisbeere bei sehr starken Symptomen. Mit Erle zusammen infizierten Wunden mit Eiter und zusammen mit der Heckenrose bei Viruserkrankungen wie Herpes oder ähnlichem.

Hasel
Der Haselstrauch und seine Knospen hilft bei Erkrankungen der Atemwege, bei chronischer Bronchitis, bei Asthma oder Lungenfibrose. Daneben wirkt es auch auf das Gefäßsystem und ist hilfreich bei Neuralgien, bei Blutarmut und zur Lymphdrainage. Haselknospen sind entzündungshemmend und fiebersenkend, aber auch stärkend und anregend und helfen besonders gut bei chronischen Erkrankungen. Hierzu zählen auch Ekzeme und Warzen.

Himbeere
Himbeersträucher sind „Frauensträucher“ und die Knospen sind ein „Frauenmittel“ zur Harmonisierung des Hormonsystems und bei allen weiblichen Erkrankungen und Problemen hilfreich. Ein tolles Mittel für Muttertiere und für die Geburtszeit!

Preiselbeere
Der Zwergstrauch der Preiselbeeren und seine Knospen wirken entzündungshemmend und ausleitend über die Nieren, sie sind Krampflöser bei Blasenentzündung und beugen Nierensteinen vor. Das Mazerat hilft bei Darm- und Verdauungsproblemen, reguliert die Darmfunktion und hilft bei Durchfällen von Jungtieren.

Rosmarin
Beim Rosmarin verwenden wir nicht die Knospen, sondern die jungen Triebspitzen, die noch zart und weich sind. Wir haben mit dem Rosmarin-Knospenmittel ein Verdauungsmittel zur Stärkung von Magen, Galle und Leber. Es dient der Entgiftung und Blutreinigung, fördert die Verdauung und regt den Stoffwechsel an.

Schwarze Johannisbeere
Die Johannisbeere haben viele im Garten und damit ein tolles Mittel bei akuten Entzündungen und für die Nerven, ein wahres Stressmittel. Es stärkt das Immunsystem und den Stoffwechsel, besitzt eine antiallergische Wirkung und hilft bei fiebrigen Erkältungen und Hautentzündungen. Ein vielseitiges und wichtiges Mittel, das man bei Beginn einer Erkrankung möglichst sofort und dann auch häufiger geben sollte.

Sommerlinde
Die Linde ist ein „Kinder- und Jungtierbaume“ wie die Himbeere für das weibliche steht. Wir haben hier mit dem entsprechenden Knospenmittel ein Beruhigungsmittel, das die Nerven stärkt und hilfreich bei Magenentzündungen und Appetitmangel ist. Es beruhigt Krämpfe im Verdauungstrakt und in der Muskulatur.

Wacholder
Beim Wacholder werden wie beim Rosmarin die jungen Triebe verwendet um ein Mazerat herzustellen. Diese wirkt besonders auf Leber und Nieren, ist also entgiftend und ausleitend, harntreibend und verdauungsanregend. Ein tolles Mittel bei Durchfall, nach Medikamentengabe zur Ausleitung, als Frühjahrskur und Leberschutz, bei Ödemen und Stauungen im Körper.

Weißdorn
Der Weißdorn oder Heckendorn steht für Herz und Kreislauf. Wir haben hier mit dem Knospenmittel ein Mazerat für das Herz, das Altersherz, das bei Herzschwäche hilft und beruhigt. Man kann es gut in Kombination mit Stoffwechselmitteln geben, um die Kreislauffunktion zu stärken.

Natürlich gibt es noch viele anderen Knospen, wie die des Feigenbaums, von Walnuß, Kastanie, Buche, Heckenrose, Olivenbaum, Brombeerstrauch oder Erle usw., die alle ihre individuelle und heilende Wirkung haben.

Wie wende ich die Mittel an?

Meist setze ich sie als Einzelmittel ein, manchmal kann Kombi von zwei Mitteln sinnvoll sein.
Man kann die Mittel mit einem Sprühstoß aus einer kleiner Zerstäuberflasche direkt in das Maul geben.
Man kann die Mittel auch mit einer Spritze eingeben oder mit etwas Wasser verdünnen und eingeben oder sie in das Tränkwasser tun.
Bei akuten Beschwerden gibt man das Mittel öfter am Tag geben.
Bei chronischen Beschwerden ist die Einnahme auch über Wochen und Monate möglich ohne unerwünschte Nebenwirkungen zu haben. 

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