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Wie ist das mit der Dosierung?

Mit einer der schwierigsten und dabei häufigsten Fragen

Veröffentlicht am 31.1.2019 von christine um 20:10 Uhr

Eine mir oft gestellte Frage bei meinen Patienten bzw. eher deren Menschen und beim Korrekturlesen meiner „Naturstallapotheke“, wo auch die dringliche Frage des Lektorats nach der „Dosis“ aufkommt.

Wie dosiere ich etwas für mein Tier? Wie berechne ich die Menge der zu verabreichenden Mittel aus dem Bereich der Naturheilverfahren und die Menge an Futter, die das Tier jeden Tag bekommt, was im weiteren Sinne zur „Behandlung“ oder Therapie gehört.
Ohne eine gesunde, das heißt artgerechte und angemessene, individuelle Fütterung kann kein Tier auf Dauer gesund bleiben oder werden.
Die Haltung gehört mit in dieses große Paket, also Bewegung, Abwechslung, Artgenossen, Unterbringung, Umgang und Ansprache und was uns alles einfällt. Diesen Punkt lassen wir im Moment mal außen vor, denn die anderen reichen schon aus.
Zurück zur Dosierungsfrage. Hier haben wir zwei Aspekte in der Überlegung. Einmal das, was da dosiert werden soll, und dann den Empfänger dieser Dosis. Beide wollen und sollen ja berechnet und eingestuft werden und dann soll das ja zusammenpassen. Sonst bräuchten wir ja nicht die Erörterung dieses Themas.
Beginnen wir mit der Fütterung und bei den großen Tieren. Wie kann ich genau (!) feststellen, was in der Menge Weidegras, Heu, Stroh an Inhaltsstoffen ist, die mein Tier, ich nehme das Beispiel Pferd, am Tag (also von morgens 8 Uhr bis zum nächsten Morgen um 8 Uhr) zu sich genommen hat?
Einmal kenne ich nicht die genaue Menge, denn auf der Weide legt das Pferdchen nicht jedes Maul voll Gras und (optimalerweise Kräuter) vor dem Zerkauen auf die Waage und, falls ich das Heu bei der Winterfütterung wiegen kann, das ich jeden Tag gebe, dann weiß ich nicht, wieviel Kilogramm dann in meinem Pferd landen oder in dem daneben, dem Beisteller, dem Gesellschaftspony, den anderen Pferden in der Gruppe. Dann müsste ich es theoretisch alleine in die Box stellen und vielleicht einen kleinen Verlust abrechnen, der nicht schmeckte oder auf den Boden fiel, hätte aber einen relativ genauen Wert. Aber diese Art von Pferde- oder Tierhaltung propagiere ich nicht, außer im Krankheits- oder einem anderen Ausnahmefall, und nur um zu ermitteln, wieviel Heu nun mein Tier zu sich nimmt, wäre das keine Lösung.
Beim Hund ist das meist einfacher. Der frisst, was in den Napf kommt, wenn er nicht ausnahmsweise draußen was (für ihn) leckeres findet und es zusätzlich verputzt und es nicht wieder stehenden Fußes „retour“ kommt.
Bei Katzen ist es wieder problematischer mit der Feststellung der täglichen Nahrungsaufnahme. Freigänger, und alles andere ist für mich nicht erstrebenswert im Leben der Katzen, ähnlich wie beim Boxenpferd, fressen zusätzlich und optimalerweise ihre Mäuschen, Vögelchen, Insekten und kleine andere Tierchen. Weiß ich da, wie hoch deren Muskelfleischanteil oder wie die Zusammensetzung des Mageninhaltes ist? Nein, das weiß ich nicht und ehrlich, so genau möchte ich auch gar nicht wissen, was mein Kater da an manchen Tagen alles bunt durcheinander verputzt und zum Teil auch wieder von sich gibt. Dazu bekommt er natürlich auch von mir sein Futter, das ich berechnen könnte (wenn ich wollte).
Ich habe also einmal oft das Problem der Feststellung der Menge an Futter, die mein Tier zu sich nimmt, zum anderen aber das vielleicht größere und schwerer zu lösende, was genau da drin ist.
Beim Fertigfutter, egal ob für Pferd, Schaf, Hund, Katze oder Zwergkaninchen, steht allerhand auf der Verpackung. Ja, dann ist das ja einfach. Menge mal Inhaltsangabe und fertig ist die Rechnung. Aber ehrlich, stimmt das so genau? Ist in jeder Packung dasselbe? Dasselbe Tier im Katzenfutter? Dieselben Erbsen mit Möhren in der Hundefutterdose? Derselbe Hafer im Pferdefutter? Glaube ich nicht. Geht ja gar nicht und wegen mir ist das auch nicht nötig, jeden Teelöffel Futter zu analysieren und umzurechnen. Aber wer es genau wissen will mit der Dosierung, muss hier jeden Happen untersuchen.
Kommen wir von der Fütterung zur Dosierung der „Medizin“ für unsere Tiere. Die Bandbreite ist erstaunlich, wenn man sich mal vor Augen führt, was man denn da so alles machen könnte! Könnte – nicht müsste! Jeder Mensch hat andere Vorlieben in der Auswahl der Therapien für sein Tier und jedes Tier hat da auch immer seine Eigenarten und weiß genau warum.
Nehmen wir die Heilkräuter. Die kennt jeder für sich selbst, egal ob Hustentee, Fastentee, Verdauungstee, Abendtee, Morgentee. Kräuter sind auch für die Tiere wunderbar und gehören schon fast in den Bereich der Fütterung, den sie gehören ja zu einer natürlichen Fütterung (wie für uns eigentlich zur normalen Ernährung), aber die Zeiten sind oftmals vorbei und welcher Hund frisst noch einen „gesunden“ Magen mit einer tollen Füllung, welches Pony hat noch die Superwiese mit einer bunten, ausgewogenen und an seine Rasse angepassten Kräutermischung. Islandpferde grasen am Niederrhein, Shetlandponys in der Eifel, Araberpferde in Schleswig-Holstein und da findet keiner mehr „seine“ Wiese! Also sammeln wir selber ausgewählte Kräuter, die nach unserem Dafürhalten fehlen. Wir können sie auch kaufen und Abende im Internet mit Recherchen, Preisvergleichen, Meinungen anderer Tierhalter in allen Foren dieser Welt verbringen und uns dann zu irgendwas entscheiden. Aber besser man tut was, sammelt oder kauft sich Kräuter, als nichts zu tun. Aber was genau in den Kräutern ist, ob die Zusammensetzung der „Wurmkräuter“, der Kräuter zur Herbst- oder Frühjahrskur in einer wunderschön klingenden und verpackten Mischung ist, das können wir Laien ohne Labor nicht überprüfen.
Wir verlassen uns also auf die Angaben des Herstellers in puncto Inhalt und Empfehlung zur Fütterung und haben unseren Wunsch nach der Dosierung erfüllt. Ob diese richtig und angemessen ist, fragt sich nur der Zweifler. Das gilt für fertige Mischungen zur Ergänzung der Fütterung mit Mineralstoffen und Vitaminen, für einfache Produkte wie Heilerden oder Vulkanmineralien, für Heilmoor, für Basenpulver, für Produkte mit effektiven Mikroorganismen, die Litanei kann lange fortgeführt werden. Wir vertrauen auf den Hersteller, damit werden wir auch in der Regel richtig liegen, was drin ist und wieviel wir davon geben sollen.
Aber kennt denn der Hersteller eines Futtermittels oder Medikament jedes Tier für den er sein Produkt entwickelt? Es kann mir keiner erzählen, dass Kuh gleich Kuh und Friesenpferd gleich Friesenpferd oder sogar gleich Pferd ist. Das jeder Hund mit 5 kg Körpergewicht gleich „funktioniert“ und ein doppelt so schwerer Hund halt doppelt so ist. Jedes Tier hat sein Lebensalter, sein Geschlecht, sein Temperament, bringt eine andere Vergangenheit mit, hat ein anderes Umfeld, sprich Familie oder Herde oder Gruppe. Es hat andere Vorerkrankungen, Impfungen, Wurmkuren, Fütterung, Haltung. Kein Ei gleicht hier dem anderen. Und die Parallelen zum Menschen liegen auf der Hand, tun hier aber nichts zur Sache.
Wie kann ich also ein Futtermittel oder ein Medikament für ein Tier so Pi mal Daumen dosieren? Ich kann Anhaltswerte geben. Ich kann sagen, ein Pferd benötigt pro Kilogramm Körpergewicht so und so viel Kilo Heu einer durchschnittlichen Qualität. Das Pferd sollte so und so viele Stunden auf einer durchschnittlich guten (oder schlechten) Weide fressen dürfen, dann reicht es und dann darf es die restlichen Stunden seines Tages noch die und die Menge des Heus siehe oben mümmeln oder ein wenig Stroh dazu. Wieviel Stroh und wie gut ist das Stroh? Gute Frage, nächste Frage! Ja, wieviel dieses Mineralfutters gebe ich ihm in wieviel des Müslis oder der HeuCobs – eingeweicht in wieviel Milliliter Wasser?
Dann haben wir da noch die Extra-Pülverchen vom Heilpraktiker. Wieviel sollte ich da noch mal geben und wie oft am Tag? Oh Gott und dann die Globuli gegen xy. Ein, zwei oder drei? Oder doch zehn? Ist ja ein großes Pferd und ist arg krank. Aber nicht das da was „passiert“.

Ich suche mir also Anhaltswerte für meine Dosierung mit dem von mir gerne zitierten „gesunden Menschenverstand“. Ich überlege, wie das Tier – egal ob groß oder klein, Pflanzen- oder Fleisch- oder Allesfresser – leben würde.
In der Natur, ohne zu viel Haustier-Haltung oder in optimalster Haustierhaltung, mit Anlehnung an die Exemplare, die in der Wildbahn leben. Was tun die den ganzen Tag? Was fressen die? Was für Möglichkeiten haben sie? Und was für Nachteile und auch Gefahren? Letzteres lassen wir mal weg. Ersteres suchen wir zu realisieren.
Also mal für alle viel Bewegung, viele Anreize, viel Freiheit und ganz viel gucken, was das Individuum Tier braucht.
Ist es eher ruhig oder lebhaft, dominant in der Herde oder braucht Schutz vor den anderen, regt es sich schnell auf, ist es robust oder zart, jung oder alt.

Ist alles an der Haltung super, dann sehe ich das auch. Ich fühle es, das Tier „sagt“ es mir, es ist gesund oder wird es, es fühlt sich wohl und freut sich des Lebens, sieht prima aus.
Dann kommt wieder die Dosierung! Macht es Sinn ein Kilo dieser Heilkräutermischung auf einmal zu geben? Nein! Jeden Tag ein Händchen und das nur eine Zeitlang. Denn kein Tier hat jeden Tag dasselbe Futter zur Verfügung, egal ob Winter oder Sommer. Kein Tier schwimmt im Heilkräutermeer, sondern sucht die sich zusammen und knabbert dann davon so viel es benötigt und hört auf, auch wenn noch was da ist und wendet sich wieder anderem zu. Es frisst nicht Erde, bis sich ein Loch vor ihm auftut. Es frisst mal einen Esslöffel voll Erde und dann ist es gut.
So mache ich es auch, wenn ich sehe, dass das Tier Heilerde und Co benötigt. Mal eine Woche einen Esslöffel Erde übers Futter und beobachten, was passiert und dann wieder Stopp.
Das richtige Maß zwischen dem Zuviel und Zuwenig herauszufinden ist die Kunst. Diese Kunst beruht auf dem Verstand, auf Erfahrungen, die von anderen und von mir kommen, und auf genauer, einfühlsamer Beobachtung meines Tieres. Gucken, was passiert, wenn ich dieses oder jenes zusätzlich gebe.
Ein Basiswissen über die Biologie der Tiere setzte ich bei der Tierhaltung voraus. Ebenso über die Fütterung und was jedes Tier braucht und wie es in dem Tier funktioniert – plump ausgedrückt. Hier tut sich viel, es gibt immer wieder neues, kein Stillstand und manchmal muss man alte und gewohnte Glaubenssätze über Bord werfen und sich noch einmal schlau machen und auf den neuesten Stand des Wissens bringen. Früher lagen die Hofhunde an der Kette und Kuh und Pferd wurden im Stall angebunden, notfalls den ganzen Winter über. Heute nicht mehr dran zu denken und das ist nur gut so. In der Fütterung ist es ähnlich und das Ganze kann recht kompliziert werden.

Spezialfall Homöopathie: In jedem Globuli ist Energie und Information, dann ist es eigentlich egal, ob ich wenige oder viele gebe. Für den, der die Kügelchen gibt, ist es ein Thema, denn soll ein Zwerghase 10 weiße Kügelchen essen können und das riesengroße Kaltblutpferd bekommt nur zwei, von denen eins sicher irgendwo in dem unendlichen Maul verloren geht? Was sollen da die Dosierungen? Die werden immer gegeben, in jedem Buch stehen die, weil alle die haben wollen und dann bekommen sie die. Da zu sagen, nimm wie Du meinst, ist gewagt. Wenn dir drei Globuli für deinen Hund gut erscheinen, dann gib drei und guck, was passiert. Sind dem Bauch nach fünf besser, weil überall so geschrieben wird, dann nimm die fünf und zur Vorsicht noch eins mehr. Sind sechs.
Die Hersteller der homöopathischen Medikamente sind logischerweise immer darauf bedacht, dass das Gläschen flott leer wird. Also sind die Angaben von ihnen dementsprechend.
Aber sind sie richtig? Sind die Angaben in der Fachliteratur, in den Seminaren, des Therapeuten richtig. Ist es nicht wieder vom Individuum anhängig, wieviel und wie oft in welcher Potenz? Muss man nicht auch gerade hier gucken, was nach der ersten Gabe passiert und dann entscheiden, wie es weiter geht?

Und dann ist mir noch eingefallen, das zur Berechnung und Angabe einer Dosis in vielen „Fellen“ das korrekte Körpergewicht fehlt. Kleinere Tiere kann man wiegen und auch der Tierarzt wiegt die Tiere. Bei den größeren Tieren, ab Schaf, Ziege, Pony, Esel oder Pferd, ist das selten soooo einfach. Manchmal kommt eine mobile Waage auf die Höhe und dann hat man einen aktuellen Wert, der aber in einigen Wochen schon wieder anders sein kann. Kennen wir von der eigenen Waage im Badezimmer

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