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Fütterung von Hund und Katz

Veröffentlicht am 18.1.2020 von christine um 13:41 Uhr

In Deutschland leben laut Statistik etwa 15 Millionen Katzen und 9 Millionen Hunde (und über 80 Millionen Menschen).
Ich finde das viel, aber das ist subjektiv. Diese Tiere werden jeden Tag gefüttert, nehme ich an.
Da es Fleischfresser sind, mit Fleisch, das hoffe ich.
Über die genaue Zusammensetzung von artgerechtem und gesunden Futter für Hund und Katze lasse ich mich heute nicht aus, aber dass Fleisch zu einem großen Anteil enthalten sein soll, schon.
Das Fleisch im Trockenfutter, im Dosenfutter, im BARF-Futter oder in der selbstzusammengestellten Ration sowie in den Leckerchen und Kauartikeln und was es noch gibt, kommt von Tieren wie Rindern, Schafen, von allerlei Geflügel und Wild sowie von Pferden. Schweine lassen wir mal außen vor. Neben einem großen Teil von "Abfallprodukten", die bei der Verarbeitung von Fleisch für uns Zweibeinern anfällt, kommt auch anderes Fleisch ins Futter.
Hier stellt sich mir die Frage, ob es uns nicht interessieren sollte, wo dieses Fleisch, eigentlich auch die Nebenprodukte, herkommen. Von welchen Tieren? Wo lebten diese Tiere, die Hund und Katz nun m.o.w. stark verarbeitet jeden Tag verputzen?
Wir mahnen uns gegenseitig täglich hinzuschauen, wo wir unser Fleisch, wenn wir den Fleisch konsumieren, kaufen. Zu welchem Preis, ob "Bio" oder "normale" Massenware, ob regionales Eifelrind oder neuseeländisches Lamm oder argentinisches Steak. Wir tendieren zu vegan und "Ersatzfleisch".
Aber wir halten sehr viele, ich möchte ungern "Unmengen" schreiben, an fleischfressenden Tieren, deren Zahl vermutlich eher steigt als abnimmt, und die benötigen für ihre Versorgung wieder sehr viele Tiere. Diese Beutetiere werden vielleicht nicht alle "Bio" und auf der Wiese laufen, ein schönes und langes Leben haben und dann respektvoll und mit Bedauern und sanft getötet. Diese Fleischtiere werden auch in Massen gehalten wie unsere Hähnchenbrust im Supermarkt zum Schnäppchenpreis (und voll Medikamenten, unguten Gefühlen wie Angst, Streß, Panik stecken - wenn Gefühle sich im Fleisch festsetzen).
Fördern wir mit der Haltung von Hunden und Katzen das allgemeine Leiden unserer Tiere? Müssen wir alle einen Hund oder mehrere, eine oder mehrere Katzen haben? Wozu haben wir diese Tiere? Zur Gesellschaft, weil keine menschlichen Artgenossen um uns sind oder es mit uns aushalten? Als schönes Beiwerk, als Schmuck und Prestigesymbol, weil es sich gut macht und toll wirkt, wenn wir sportlich gekleidet mit einem Hund auftreten oder bei der Kaffeetafel die Katze stylisch am Ofen schnurrt? Als Seelentröster, "bester Freund" des Menschen, der sich klaglos unserem Leid annimmt, es mit-trägt und mit-ausbadet und auch nicht-artgerechte Haltungsbedingungen in Kauf nimmt oder nehmen muss.
Muss ich einen Hund haben, wenn ich in der Stadt wohne, wenn ich außer Haus arbeite? Halte ich eine Katze in reiner Wohnungshaltung? Hat mein Tier die Freiheit sich viel und frei zu bewegen und das viel und nicht mal eben ein bisschen? Muss es mit anderen Tieren, ob Artgenosse oder nicht, auskommen, ob wohl es lieber alleine wäre. Muss es Kinder "ertragen", meinen Besuch, laute Musik, Gerüche, meine Gefühle und Wutausbrüche?
Warum lebten ursprünglich Hunde und Katzen in menschlicher Gesellschaft? Der Hund war Wächter, Jagdbegleiter, Schutz. Die Katze Mäuse-und Rattenfänger. Beide wurden sicher auch früher geliebt und es bestand eine innige Bezeihung zwischen Mensch und Tier. Aber die Tiere lebten in ihrem natürlichen Lebensraum, frassen "Beute" und kein Trockenfutter oder Menschenessen, sie lebten ihre Instinkte aus, frassen Mäuse, Vögel, Kleintiere oder die Jagdbeute wurde geteilt. Es war "normal" und natürlich. Können wir das unseren Katzen und Hunden bieten? Müssen wir das nicht eigentlich? 
Wir schauen bei unserer Ernährung genau hin (hoffe ich ;)). Es soll also "Bio" sein, viele Blaubeeren, viele Kräuter, viel Obst und Gemüse, dazu Chiasamen und Vollkornnudeln, Eiweißbrot und was mir alles einfällt. Das Tier bekommt "Dose oder Schachtel auf". Das Leben lang!
Kommt die Katze nicht mal an die frische Luft und in Reichweite einer Maus, ist es schlimmer als lebenslange Haft, denn sie hat ja nichts verbrochen, außer das sie eine Katze ist. (Kranke und behinderte und alte Tiere nehme ich da raus, die sind drinnen sicher besser aufgehoben.)
Der Hund bekommt morgens und abends seine Schüssel mit einem wilden Mix von verarbeitetem Fleisch, das als solches nicht mehr zu erkennen ist, und einer bunten Mischung an Zusätzen vorgesetzt. Jagd? Frischfleisch?  Abwechslung? Die hat hierzulande nur der Wolf!
nUnd dann wundern wir uns, wenn die Tiere "krank" werden, d.h. Symptome entwickeln, entweder Juckreiz, Durchfall, Lahmheit, Ohrentzündung, Verhaltensauffälligkeit. Und wir setzen noch Impfungen Wurmkuren, Behandlungen gegen Flöhe und Zecken u.ä. als Krönung auf das Ganze und lassen die Tiere in unserer Wohnung an allen möglichen Strahlungen teilhaben. 
Ich wundere mich, wie viele unauffällige und gesunde Tiere es noch gibt. Die unseren Haltungsbedingen trotzen und sich behaupten. 
Aber vielleicht können wir alle, da schließe ich mich mit ein, darüber nachdenken, WAS wir täglich mehrmals unsererm Hund oder der Katze in den Napf packen und ob es da nicht Verbesserungen gibt, die allen helfen: uns Menschen, den Haustieren und den "Opfertieren" in Tüten und Säcken. 


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