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Propolis - was ist das?

Veröffentlicht am 19.2.2020 von christine um 18:37 Uhr

Propolis ist ein Teil der Api-Therapie, der Behandlung mit Bienenprodukten. Apis ist lateinisch und bedeutet Biene. Propolis, "Tränen der Bäume", hat viele Namen wie schwarzes Wachs, russisches Penicillin, Bienenbalsam, -kleber, -leim oder Bienenkittharz.
Das Wort Propolis kommt aus dem Griechischen von „pro“ für „vor“ und „polis“ für „Stadt“, weil die Substanz am Eingang des Bienenstockes, der „Stadt der Bienen“, gehäuft vorkommt. Propolis ist eine braungelbe, harzige und klebrige Substanz im Bienenstock, die aromatisch bis scharf riecht. Sie wird von den Bienen hergestellt, genau wie Honig, Wachs oder Gelee royale, und der Imker entnimmt sie dem Bienenstock. 
Propolis besteht aus pflanzlichen Stoffen wie Harzen, Balsamen, Bioflavonoiden und den Mineralstoffen aus Knospen und Baumrinde, aus dem Bienenspeichel und Bienenwachs.
Insgesamt finden wir eine Vielzahl an Stoffen, davon etwa 50 % Harz, 30 % Bienenwachs, 10 % ätherische Öle, 5 % Pollenanteile und 3 % organische Teile im Propolis. Dazu kommen 2 % Mineralstoffe und Spurenelemente wie Kalzium, Kalium, Natrium, Magnesium, Eisen und einige Vitamine, Aminosäuren, Enzyme und Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe).
Propolis ist temperaturabhängig. Zwischen 0 und 15° ist es hart und brüchig, bei 30° wird es formbar, zwischen 30 und 60° viskös und flüssig bei 60 bis 70°. 
Die Farbe wechselt von Rot bis Dunkelbraun und ins Schwarze, kann auch gelb oder grünlich sein. Der Geruch ist aromatisch, wie Vanillin, ein bisschen wie Honig und Wachs, aber mit einer gewissen Schärfe.
Jeder Imker wird von seinen Bienen ein anderes Propolis ernten, genau wie der Honig immer ein anderer ist.
Propolis ist das Baumaterial der Bienen für die Ausbesserung und Isolierung im Bienenstock, ebenso Verkleidung der Innenwände der Waben, ein Anstrich und Desinfektion am Eingang zum Stock und überall im Stock. Propolis wird von Spezialbienen hergestellt. Sie nagen mit ihren Mundwerkzeugen Harzstückchen aus einem Baum, ziehen sie lang, bis sie brechen und bringen sie die in den Stock. Hier helfen andere Bienen, den Harz von den Beinen der Sammelbienen abzuziehen und aufzubereiten.
Diese Propolissammlung findet im Frühling und Herbst bei Temperaturen von über 20° statt und bevorzugt in Gebirgsgegenden.
Der Imker gewinnt es vorsichtig und in kleinen Mengen aus dem Bienenstock, ohne den Bienen und dem Stock zu schaden. 
Wichtig: Die Wirkung des Propolis ist abhängig von der Qualität, wie fast immer!
Das Wirkungsspektrum ist breit und reicht von der antioxidative Wirkung als Radikalfänger und Entzündungshemmer über die Bindung von Schwermetalle - die Flavonoide binden besonders Blei und Quecksilber zur Blut-und Körperreinigung. Propolis wirkt gegen Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten, ist ein natürliches Antibiotikum. Es steigert die Kollagen- und Elastin-Produktion und schützt die Zellmembranen, Epithelien, Schleimhäute und das vaskulären Endothel.
Es unterstützt damit die Wundheilung und Granulation.
Propolis regt den Stoffwechsel an und wirkt immunmodulatorisch durch die Aktivierung der Thymusdrüse.
Es ist ein Konservierungsmittel. Propolis erhöht die Harnproduktion und führt zu einer Reduktion von Ödemen.
Es kann Fieber senken und lokale Schmerzen lindern, es hat eine zusammenziehende Wirkung, mindert Blutungen, entkrampft.
Außerdem verbessert es die Verdauung, da die Produktion der Verdauungssäfte gesteigert wird.
Es führt zu einer Reduktion von Histamin im Blut und hat damit eine antiallergische Wirkung und wir haben ein Gegenmittel für Enzyme des Bienengiftes.
Es lindert die Nebenwirkungen bei Chemotherapie und Strahlenbehandlung und ist ein Begleitmittel in der  Krebs-Therapie. 
 - Also: Alle Inhaltsstoffe haben nicht nur EINE Wirkung, sondern etliche, die durch das Zusammenwirken mehrerer Stoffe zu erklären ist.
Vorsicht: Bei der Anwendung Vorsicht bei einer Propolis-Allergie oder -Intoleranz (Kontaktallergen) und dem Risiko der Ausbildung einer Allergie bei Kontakt!
Erst austesten und kleineste Mengen probieren, bevor man großzügig austeilt.
Innerliche Anwendungsmöglichkeiten:
Allergien, Abwehrschwäche, Altersbeschwerden (über die Stärkung des Immunsystems), Angina oder Mandelentzündung, Erkältungskrankheit, Asthma, Bronchitis, Arteriosklerose (Propolis verbessert die Durchblutung), Gelenkentzündung, Blasenentzündung akut und chronisch, Bluthochdruck, Darminfektion und Durchfall, Magenbeschwerden, Unterstützung der Leber, Schmerzen, Entzündungen von Ohr-Entzündung bis Ekzem oder Wundheilungsstörungen.
Äußerlich wird Propolis eingesetzt bei allen Abszessen und Furunkeln, bei Pickeln, Bindehautentzündung (Kompressen mit der verdünnten Tinktur), bei Ekzemen und Hautpilzerkrankung, Juckreiz, Narben, Nesselsucht, Sonnenbrand oder Verbrennung, Warzen und Wunden.

Haben Sie das Harz als die ursprünglichste und natürlichste Propolisart, geben Sie es dem Tier zum Kauen, etwa dreimal am Tag eine erbsengroße Menge.
Zur äußerlichen Anwendung erst in der Hand aufwärmen und weich kneten, dann auf Haut oder auf die Warze legen und mit einem Pflaster befestigen.
Das Pulver bekommt man aus eingefrorenem Harz, jetzt wird es spröde und wird gemahlen. Das Pulver streuen Sie dem Tier direkt auf eine Verletzung oder rühren es zum Einnehmen in Flüssigkeit oder das Futter ein. Das Granulat sind kleine Körnchen, die gut gekaut werden.
Eine Propolis- Tinktur stellen Sie aus 30-40 g Pulver oder Granulat mit 60-70 ml Alkohol (70-80%) her.
Sie lassen das Fläschchen mindestens zwei Wochen dunkel und kühl stehen, nicht im Kühlschrank, und schütteln öfter, damit sich alles durchmischt. Dann filtrieren Sie den Inhalt ab und verwahren die Flüssigkeit in dunklen Gläser kühl und ruhig. Sie haben jetzt eine 20-30%ige Tinktur, die intensiv und kraftvoll ist und zum Weiterverbrauch verdünnt wird.
Der Extrakt wird aus der Tinktur hergestellt, der alkoholische Anteil verdampft, und es bleibt ein dickflüssiger Sirup. Dieser wird angewendet wie die Tinktur und Harz, und ist zur Salbenherstellung geeignet.
Ein Propolisöl bekommen Sie von 20 ml dieser Tinktur, die Sie in eine flache Schüssel geben, die mit Watte abgedeckt wird. Der Alkohol verdunstet und den verbleibenden Rest mischen Sie im Verhältnis 1:5 mit einem hochwertigen Pflanzenöl.
Eine Propolis-Salbe selber herstellen ist recht einfach: Sie nehmen 50 ml Pflanzenöl mit 3 g Bienenwachs, 2 g Honig und 20-30 Tropfen Propolis-Tinktur
oder 50 ml Pflanzenöl mit 2g Bienenwachs, 2-4 g Shea-Butter und 20 -50 Tropfen Tinktur
oder eine Variante mit 50 ml Pflanzenöl mit 3 g Bienenwachs, 2 g Honig und 20-30 Tropfen Tinktur und 10-30 Tropfen eines ätherischen Öls.